Ransomware Fantom gibt sich als Windows Update aus

wp_fantomNach Erscheinen des November Rollout aus Redmond, ruft Microsoft seine Anwender zum zeitnahen Update der Systeme auf. Experten raten zur Vorsicht, denn Kriminelle springen auf solche Aktionen auf und versuchen über gefälschte Anwendungen den Anwender in ihre Falle zu locken.

So ist dem AVG-Malwareforscher Jakub Kroustek  jetzt eine Ransomware mit Namen “Fantom” aufgefallen, die zwar nach Installation mit üblichen Windows-Update Bildschirm in Erscheinung tritt, aber vielmehr im Hintergrund die Daten des Anwenders verschlüsselt und ein saftiges Lösegeld erpresst.

bildschirmfoto-2016-11-10-um-12-44-07

Bild: bleepingcomputer.com – “Fantom”

Vermutlich findet die Verbreitung des gefälschten Windows Updates vornehmlich über groß angelegte Spam-Kampagen statt, deren Anhang üblicherweise zur Ausführung gebracht werden soll, aber auch vielversprechende Downloads über dubiosen Drittanbietern sind grundsätzlich mit Vorsicht zu geniessen. Wird der Anhang der E-Mail geöffnet, entpackt sich eine Datei mit Namen “WindowsUpdate.exe“. Um nicht aufzufallen, haben sich die Entwickler der Ransomware besonders viel Mühe gegeben und die Datei-Informationen dahin manipuliert, dass in den Eigenschaften glaubhafte Angaben wie “critical update kb01“ und “Copyright Microsoft 2016“ zu finden sind.

bildschirmfoto-2016-11-10-um-11-01-54

Bild: bleepingcomputer.com – gefälschtes Windows-Update

Wird die Datei “WindowsUpdate.exe” ausgeführt, zeigt sich flächendeckendes Update-Fenster von Microsoft mit fortschreitender Prozentangabe, welcher aber vielmehr den Fortschritt der im Hintergrund laufenden Verschlüsselung des Systems anzeigt. Ein Wechsel zu den aktiven geöffneten Anwendungen hinter dem Update-Bildschirm, bzw. ein Beenden dessen ist nicht vorgesehen. Vielmehr kann über die “Tastenkombination Ctrl+F4″ der Prozess beendet und der Update-Bildschirm geschlossen werden, aber die eigentliche Verschlüsselung der Daten wird nicht gestoppt.

Laut den Experten basiert die Verschlüsselung der Ransomware “Fantom” auf dem Open Source EDA2 Projekt und generiert einen zufälligen AES-128-Schlüssel. Über RSA verschlüsselt wird dieser an den Command & Controll Server der Kriminellen gesendet. Erkennbar sind die verschlüsselten Dateien durch die Erweiterung .fantom. Zudem hinterlassen die Kriminellen in jedem Ordner mit verschlüsselten Dateien eine Nachricht in Form einer DECRYPT_YOUR_FILES.HTML.

Wurde das System erfolgreich von der Ransomware verschlüsselt, werden weitere Batchdateien wie “delback.bat” und “update.bat” erstellt, welche u.a. die Volumeschattenkopien (Wiederherstellung der Dateien) des Systems, sowie die gefälschte “WindowsUpdate.exe” vom System entfernt. Über Öffnen der DECRYPT_YOUR_FILES.HTML wird in englischer Sprache ein Lösegeld für die Freigabe der verschlüsselten Dateien verlangt und weitere Kontaktinformationen wie fantomd12@yandex.ru oder fantom12@techemail.com hinterlassen.

bildschirmfoto-2016-11-10-um-12-52-15

Bild: bleepingcomputer.com – Lösegeldforderung

Kommen Sie der Lösegeldzahlung niemals nach – Angst und Einschüchterung ist die Motivation der Kriminellen: Wir von Botfrei schließen uns der Meinung des BSI, dem BKA und Polizeibehörden an und raten dringend davon ab, Lösegeld an die Cyberkriminellen zu bezahlen!

Sinnvolle Maßnahmen, wie Sie den Rechner vor Ransomware schützen können:

Bildschirmfoto 2014-10-20 um 13.00.59

Installieren Sie den HitmanPro.Alert. Dank der verbauten Funktion “CryptoGuard” erkennt unser Impfstoff auch Aktivitäten von Verschlüsselungs-Trojanern. Er schlägt immer dann an, wenn Dateien verändert werden sollen und wichtige Meta-Daten, wie z.B. die Eigenschaft ein Word-Dokument zu sein, verlieren. Um Sie vor der Verschlüsselung zu schützen, stoppt unser “Watchdog” den Prozess der hierfür verantwortlich ist und spielt die zuvor angelegten und im Arbeitsspeicher gehaltenen Sicherheitskopien der Dateien auf Ihre Platte zurück.

Maßnahmen die getroffen werden können, bevor Ransomware den Rechnerblindinfiziert.

  1. Wichtiger denn je, machen Sie regelmäßig Backups von ihren wichtigen Daten und bewahren Sie diese getrennt vom Rechner auf. Schauen Sie sich dazu Clonezilla an, oder lesen Sie hier, wie Dateien über Windows gesichert werden können>>
  2. Deaktivieren Sie Macros in Office, laden Sie Dokumente nur aus vertrauenswürdigen Quellen! Gut zu Wissen: Macro-Infektionen sind in alternativen Office-Anwendungen wie Libre-Officenicht funktionsfähig.
  3. Überprüfen Sie Ihren Rechner mit unseren kostenfreien EU-Cleanern>>
  4. Schützen Sie Ihren Computer vor einer Infektion, indem sie das System immerup-to-date” halten! Spielen Sie zeitnah Anti-Viren- und Sicherheits-Patches ein.
  5. Seien Sie kritisch beim Öffnen von unbekannten E-Mails. Klicken Sie nicht auf integrierte Links, bzw. öffnen Sie niemals unbekannte Anhänge.
  6. Arbeiten Sie immer noch am Computer mit Admin-Rechten? Ändern Sie die Berechtigungen beim täglichen Arbeiten auf ein Mindestmaß und richten Sie die Benutzerkontensteuerung (UAC) für ausführbare Programme ein.
  7. Verwenden Sie unbedingt eine professionelle Anti-Viren-Software, auch auf einem Mac
Können Sie Ihre verschlüsselten Dateien nicht einordnen, lesen sie hier>>

Brauchen Sie dazu Hilfe? Das Botfrei-Team bietet ein kostenfreies Forum an. Experten helfen „Schritt für Schritt“ bei der Lösung, Entfernung und nachhaltigen Absicherung des Computers. Damit die Experten auf Sie aufmerksam werden und helfend unterstützen können, sollten Sie sich im Forum anmelden und einen Beitrag erstellen in dem Sie Ihr Problem schildern. Nur dann kann individuell geholfen werden.