Gastbeitrag: Wonderful Spam, lovely Spam!

wp_vwonderfulspamWonderful Spam, lovely Spam! Bekannt als blechverpackte Frühstücksvariante von Fleisch erfährt der Begriff Spam durch den Monty Python Sketch in den 1970er Jahren eine völlig andere Bedeutung. Im Video als Kommunikationskiller verwendet (“Spam, Spam, Spaaaaam, Spam, Spam”), kommt es der heutigen Bedeutung von Spam schon sehr nahe.

Im Zeitalter des Internets wird Spam meist auf elektronischem Weg verschickt. Unter diesem versteht man den Versand von unerwünschten E-Mails mit dem Zweck, dem Empfänger entweder Daten beziehungsweise Geld abzuschlagen, oder ihm Produkte aufzuzwingen. Das kann nicht nur die Nerven strapazieren, sondern auch böse Folgen haben. Diese E-Mails enthalten neben kommerziellem Inhalt, Rufschädigung und Kettenbriefen auch Phishing oder Malware. Phishing-Mails sollen den Empfänger dazu verleiten, sensible Daten preiszugeben, um dem Versender Zugriff auf seine Accounts zu verschaffen. Zu Malware zählen beispielsweise Trojaner, Viren und Würmer, die sich durch Anklicken selbständig auf dem Computer installieren.

Entwicklung in den letzten Jahren Bis Mitte des Jahres 2015 meldete Symantec, ein amerikanisches Unternehmen für Sicherheitssoftware, die niedrigste Spamquote seit 2003. Laut den Spezialisten von GMX und WEB.DE wurden im Jahr 2015 dennoch 105,9 Millionen Spam E-Mails pro Tag versandt. Im Jahr zuvor hingegen wurde nur die Hälfte registriert. Peter Meyer, Leiter des Cyber Security Service vom eco Verband der Internetwirtschaft e.V. sagt: “Das Spam Aufkommen hat die letzten drei bis vier Jahre nachgelassen. Seit Oktober 2015 konnten wir jedoch einen massiven, wellenartigen Anstieg beobachten.” Im Januar 2016 liegt der Spam Anteil im Vergleich zum gesamten E-Mail Aufkommen bei 59,6 %, berichtet der russische Antivirus-Softwarehersteller Kaspersky Lab.

Rechtliche Lage für Betroffene

Bildschirmfoto 2016-07-12 um 08.28.10Stammt die Spam E-Mail von einem Unternehmen, haben Sie gute Chance auf eine Unterlassung beziehungsweise eine Entschädigung. Denn eine Werbe E-Mail ohne vorherigen geschäftlichen Kontakt ist ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht und kann somit als Spam identifiziert werden. Bevor man dem Anwalt jedoch einen Besuch abstattet, kann man mithilfe eines Musterschreibens aus dem Internet, in dem man sich auf dementsprechende Paragraphen beruft, den Spammer auf eigene Faust abmahnen. Versendet das Unternehmen erneut lästige E-Mails, ist es zwangsläufig dazu verpflichtet, eine Strafe und eventuell anfallende Anwaltskosten zu übernehmen. Eine andere Möglichkeit bietet die Internetbeschwerdestelle, denn dort kann der Nutzer den Spam problemlos melden. Verstößt dieser gegen das Gesetz, kann die Beschwerdestelle aktiv gegen den Spammer vorgehen. Näheres dazu finden Sie im unten stehenden Link.

Schwebt Ihnen eine Phishing-Mail ins Postfach, ist zusätzliche Vorsicht geboten. Falls Sie auf die Masche hereinfallen und munter Ihre Daten in das gefälschte Formular eingeben, oder gar Überweisungen tätigen, haben Sie keine Aussicht auf Rückerstattung des Geldes. Sitzen Sie als Spam-Opfer schon so tief in der Patsche, sollten Sie das Konto umgehend sperren lassen und versuchen, bereits getätigte Überweisungen rückgängig zu machen. Das ist jedoch nicht immer ein leichtes Unterfangen.

Tipps

  1. Reagieren Sie niemals und in keinster Weise auf Spam E-Mails. Diesen gängigen Ratschlag kann man nicht oft genug erwähnen.
  2. Legen Sie sich eine öffentliche E-Mail-Adresse an. Diese können Sie bei Newslettern, Gewinnspielen oder Ähnlichem angeben. Ihre private Adresse geben Sie nur an vertrauenswürdige Personen weiter.
  3. Achten Sie auf orthografische und grammatikalische Fehler, denn diese sind meistens ein Indiz dafür, dass die E-Mail von einem unseriösen Absender stammt.
  4. Halten Sie Ihren Browser und Ihre Antivirensoftware auf dem neuesten Stand.
  5. Markieren Sie einzelne als Spam identifizierte E-Mails. Auch wenn der Spam-Filter sie nicht automatisch erkannt hat, merkt sich dieser für die Zukunft, was der Nutzer unter Spam versteht.
  6. Deaktivieren Sie die automatische Vorschau und das Anzeigen von Bildern in Ihrem Mail-Programm, denn durch die Nachladefunktion für Bilder kann der Spammer Ihre E-Mail Adresse verifizieren.
  7. Seien Sie immer wachsam und niemals arglos im Umgang mit Ihren E-Mails.

Nun stellen Sie sich als Leser bestimmt die Frage: Wer geht mit seinen E-Mails denn nicht vernünftig um? Aber aufgepasst! Spam-Versender haben in den letzten Jahren dazu gelernt. Sie gehen immer gezielter vor und personalisieren ihre Attacken. Sie wissen wo man uns am besten packt, nämlich an den Emotionen. Sie wollen Angst machen oder Gier wecken, und das hat beides reichlich wenig mit Vernunft zu tun. “Wenn nur zwei von einer Millionen Adressaten in die Falle tappen, hat es sich für den Spammer bereits gelohnt”, behauptet Peter Meyer.

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