Malvertising: Jetzt hat es auch Zuerst denken – dann klicken erwischt

malvertising

wir haben KEINERLEI Einfluss darauf. Wenn man darauf Einfluss hätte, dann wäre dieser Missstand unlängst beendet worden.

Ähnliche Sätze von anderen Webseiten hat man in den letzten Monaten sehr oft gehört – und zwar immer wenn die jeweilige Webseite Opfer einer Malvertising-Attacke geworden ist. Opfer solcher Angriffe lesen sich inzwischen wie das Who-ist-Who der Internets, denn Opfer von Malvertising wurden schon so namhafte Seiten wie die BBC, Ebay, Yahoo, Youtube, MSN, AOL, T-Online, oder die New York Times.

Dieses Mal kommt die Aussage via Facebook vom österreichischen Verbraucher-Blog Mimikama.at / Zuerst denken – dann klicken (ZDDK),  welcher mit seinen über einer halben Million Facebooks-Likes regelmäßig und brandaktuell über die Gefahren und Betrugsfälle im Internet aufklärt. Auch wir bei Botfrei verweisen des öfteren auf die Beiträge des Blogs, dessen Arbeit wir schätzen.

Wie viele andere Webseiten auch, finanzieren sich solche privaten, nicht-kommerziellen Service-Seiten größtenteils über Werbung, denn am Ende des Tages muss jeder schauen, wie sich die Mitarbeiter oder Serverkosten finanzieren lassen. Am Einfachsten und Unkompliziertesten ist hier die Zusammenarbeit mit den großen Werbe-Anbietern, wie in diesem Fall Google Adsense. Da jedoch Malvertising-Angriffe die Reputation und das Vertrauen der Nutzer stark beschädigen können, handeln die Betreiber von Zuerst denken – dann klicken hier konsequent und haben nun mit sofortiger Wirkung ihre Zusammenarbeit mit Google beendet. Und genau hier liegt nun das Problem für ZDDK, denn Ihnen bricht wahrscheinlich eine ihrer Haupteinnahmequellen weg.

wp_werbungAuf der anderen Seite gibt es neben einem aktuellen AV-Schutz, der allerdings keinen 100% Schutz vor Malvertising bietet, auch noch weitere Schutzmöglichkeiten. Nutzer, die zum Beispiel auf einen Werbeblocker wie Adblock-Plus oder die Open-Source Alternative UBlock setzen, sehen nicht nur unerwünschte Werbung in ihrem Browser, sondern in der Regel auch keine mit Malware-infizierten Werbebanner. Für viele Webseiten-Betreiber stellt sich hier jedoch die Frage, ob man in die Hand beißen soll, die einen füttert oder selbst die Nutzung von Werbefilter propagiert.

Die Betreiber der Webseite haben auf ihrer Facebook-Seite einen offenen Brief zu dem Vorfall auf ihrer eigenen Webseite verfasst:

Liebe Fans! Bitte lesen, wir sind auf Euch angewiesen und brauchen Eure Unterstützung.Wir haben in den letzten Stunden…

Posted by Zuerst denken – dann klicken on Montag, 21. März 2016

Botfrei selbst befürwortet die Nutzung von Werbeblockern und zwar schon allein aus Sicherheitsgründen, Besucher ohne aktivierten Werbefilter auf unserem Blog werden dieses sicher schnell feststellen können.  Selbstverständlich halten wir Online-Werbung im Rahmen der gesamten Internet-Wirtschaft für wichtig, sie ist ein wichtiger Wachstumsmotor. Auf der anderen Seite möchten wir bei Botfrei, dass das Internet sicherer wird und das Internet-Nutzer mit einem ausreichenden Schutz Online-Banking betreiben, sicher einkaufen können, in sozialen Medien interagieren oder das Internet als Informationsquelle benutzen.

Zum derzeitigen Zeitpunkt stellt Online-Werbung jedoch eine Gefahr für Online-Nutzer dar, denn die meiste Werbung wird ungeprüft von Drittanbietern auf die eigene Webseite eingebettet und wie die aktuellen Fälle zeigen, geschieht dies ohne ausreichende Schutzmaßnahmen. Als Webseitenbetreiber sollte man sich ernsthaft Gedanken machen, ob man einer dritten Partei unkontrolliert Zugriff auf die Inhalte der eigenen Webseite gestattet, wie es derzeit bei der Online-Werbung umgesetzt wird. Neben dem Sicherheitsrisiko Malvertising gibt es auch andere Beispiele für Werbung, die man nicht mit der eigenen Webseite assoziert haben möchte. Dazu gehören Produkte der Konkurrenz, pietätlose Einblendungen, Erotik-Werbung oder gar Werbung für Online-Piraterie.

wp_dailymotionWir von Botfrei haben bereits vor drei Jahren einen offenen Brief an die Werbe-Industrie verfasst, allerdings hat sich bis heute an deren Umsetzung wenig geändert. Schon heute setzen laut einer Studie des Unternehmens EYEO fast 28% der Nutzer in Deutschland Werbefilter ein. Mit jeder Meldung über eine mit Malvertising infizierte Webseite wird diese Zahl womöglich steigen.

Selbstverständlich wissen wir um die Problematik der Abhängigkeit der Webseiten-Betreiber von Online-Werbung, deshalb wir euch in den nächsten Tagen ein paar Alternativen vorstellen, wie man einen Blog oder seine Webseite auch ohne das Einbinden von Werbebannern auch Drittservern finanzieren könnte.

Wer die Webseite ZDDK / MIMIKAMA übrigens unterstützen möchte,  kann dies unter: https://www.paypal.me/mimikama tun 

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