Bundeskriminalamt widerspricht FBI bezüglich der Handlungsempfehlung bei Ransomware

wp_ransomware_bka_fbi2Ein Ratschlag eines leitenden FBI-Agenten entfachte vor wenigen Wochen eine breite Diskussion in der IT-Sicherheitswelt. Das Anti-Botnet Beratungszentrum Botfrei.de berichtete darüber.

Beim Cyber Security Summit in Boston hatte der FBI-Agent Joseph Bonavolonta Opfern von Ransomware-Trojanern wie Cryptolocker empfohlen, das Lösegeld zu zahlen, da dies die erfolgsversprechendste Maßnahme sei, um an die verschlüsselten Daten zu gelangen. Unsere Redaktion hat beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden nachgefragt, ob Sie dem Ratschlag ihrer amerikanischen Kollegen folgen.

Die Antwort der Pressestelle des BKA dazu ist eindeutig:

„Nach unseren Erkenntnissen führt die Zahlung der geforderten Summen nicht grundsätzlich zu einer Entsperrung/Entschlüsselung des Rechners nach einer Infektion mit Ransomware oder zur Einstellung von Angriffen im Zuge einer „digitalen Schutzgelderpressung“.  Aus diesem Grund rät das BKA wie bisher dazu, keine Zahlungen zu leisten.

Vielmehr sollte Anzeige bei den zuständigen Polizeibehörden erstattet werden.

Weiterhin sollten die Computernutzer regelmäßige Backups wichtiger Daten erstellen, die bei einem Angriff nach Neuaufsetzen des jeweiligen Systems wieder eingespielt werden können. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Backups so angelegt werden, dass sie nicht von einer möglichen Infektion betroffen sind.“

Wir schließen uns der Einschätzung des Bundeskriminalamts an und empfehlen deshalb weiterhin:

Bewahren Sie Ruhe bei einem Angriff durch Verschlüsselungstrojaner und bezahlen Sie auf gar keinen Fall das Lösegeld.

Auf unserer Sonderseite http://bka-trojaner.de finden Sie zudem eine Übersicht über die gängigsten Erpressungs-Trojaner im deutschsprachigen Raum.

Wie kann ich meinen Rechner schützen?

  1. Schützen Sie Ihren Computer vor einer Infektion, indem sie das System immerup-to-date” halten! Spielen Sie zeitnah Anti-Viren- und Sicherheits-Patches ein. Seien Sie kritisch beim Öffnen von unbekannten E-Mails. Klicken Sie nicht auf integrierte Links, bzw. öffnen Sie niemals deren Anhänge.
  2. Arbeiten Sie immer noch am Computer mit Admin-Rechten? Ändern Sie die Berechtigungen beim täglichen Arbeiten auf ein Mindestmaß und richten Sie die Benutzerkontensteuerung (UAC) für ausführbare Programme ein.
  3. Machen Sie regelmäßig Backups von ihren wichtigen Daten und bewahren Sie diese getrennt vom Rechner auf. Im Infektionsfall sollten Sie diese immer griffbereit haben.
  4. Verwenden Sie unbedingt eine professionelle Anti-Viren-Software, auch auf einem Mac!

Wenn Sie nicht weiterkommen, melden Sie sich in unseren kostenfreien Forum an und erstellen dazu einen Beitrag. Die Experten helfen Ihnen “Schritt für Schritt” bei der Behebung des Problems. 

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