Wenn der Nachbar das Babyphone kapert

Bildschirmfoto 2015-09-07 um 12.33.56Experten der Sicherheitsfirma Rapid7 haben bei einer Testreihe von verschiedenen Babyphones mit Wlan-Anschluss herausgefunden, dass einige Geräte in Punkto Sicherheit mehr als bescheiden bis nicht tragbar abschnitten. Die Experten warnen sogar vor einigen Geräten, welche ohne spezielles Expertenwissen ermöglichen, mittels Browser, den Audio- und Video-Stream zu übernehmen und Aktivitäten im Kinderzimmer zu verfolgen.

Dabei kritisierten die Experten gravierende Sicherheitslücken in Web- und Mobile-App-Funktionen sowie in API-Schlüssel- und Anmeldeinformationen der Geräte. Nach Erscheinen des Berichtes von Rapid7 reagierte nur der Hersteller Phillips und kündigte schließende Patches seiner Geräte an, alle anderen Hersteller schweigen sich zu diesem Thema aus, was die Geräte weiterhin zu einem Sicherheitsrisiko macht.

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Sicherheitslücken der überprüften Babyphones

Von Rapid7 getestete Geräte, wovon Geräte von Philips, iBaby, Trendnet und Withings auch in Deutschland erhältlich sind:

  • iBaby (M3S)
  • iBaby (M6)
  • Linse (LL-BC01W)
  • Philips (B120 / 37)
  • Summer (28630)
  • Trendnet (TV-IP743SIC)
  • WiFiBaby (WFB2015)
  • Withings (WBP01)
  • Gyonii (GCW-1010)

Rapid7 Studie – HACKING IoT: A Case Study on Baby Monitor Exposures and Vulnerabilities

Stiftung Warentest Babyphones>> Babys Schlaf ist wohl­behütet. Nacht­wache beim Nach­wuchs halten viele Eltern mithilfe von Babyphones. Neben klassischen Geräten sind mittlerweile auch Webcams, Apps und schnurlose Fest­netztelefone im Einsatz. Doch einige Über­wachungs­systeme schlummerten in unserem Test selbst gern ein Ründ­chen. Von den Multimedia-Experten der Stiftung Warentest erfahren Eltern, auf welches System Sie sich verlassen können. Im Test: 24 Geräte und Apps, sieben davon schneiden gut ab.

Bild: rapid7.com 

3 thoughts on “Wenn der Nachbar das Babyphone kapert”

  1. Smart-Babyphones und reine Babyphone Apps sind eh kritisch zu sehen. Neben den Sicherheitsrisiken verbirgt sich in der Übertragung per WLAN auch eine meist höhere Strahlenbelastung als bei normalen Babyphones (vor allem mit einem strahlungsarmen Eco-Modus).

    Der Ansatz von Smart-/WLAN-Babyphones ist natürlich sehr gut. So hat man sein Handy eh immer dabei und durch das Internet hat man eine unbegrenzte Reichweite wo normale Babyphones nach ein zwei hundert Metern den Geist aufgeben. Jedoch muss hier bzgl. Sicherheit und Strahlenbelastung auf jeden Fall noch nachgebessert werden

  2. Danke, ein Aspekt der gerne übersehen wird. Gerade darauf sollte man achten, dass die Übertragung verschlüsselt erfolgt, da sonst Daten zu Dritten gelangen können, was fatal sein kann.

    Ganz wichtig. Danke für den Artikel.

    Beste Grüße,
    Frank

  3. Finde das Thema sehr interessant und zeigt mir wieder einmal, dass man beim Babyphone kauf nicht sparen sollte.

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