Geheimdienste hebeln Sicherheitsvorkehrungen von Sim-Karten aus

Nicht nur, dass wir fast täglich neue Hiobsbotschaften in Sachen Datendiebstahl und Kompromittierung der Privatsphäre hin nehmen müssen, so sind wir fast der Ohnmacht nahe, als nun die neuesten Edward Snowden-Enthüllung veröffentlicht wurden. Wiederum müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der US-Abhördienst NSA und der britische Gegenpart GCHQ vor Jahren im großen Stil Verschlüsselungscodes von dem großen Simkartenhersteller Gemalto gestohlen haben soll.

Erst letzte Woche stand die NSA im Verdacht, Festplatten namenhafter Hersteller zu manipulieren, lesen Sie unseren Beitrag im Blog: Hacker-Gruppe greift Daten im großem Stil von Festplatten ab

Bildschirmfoto 2015-02-24 um 14.21.05Das französisch-niederländische Unternehmen Gemalto ist weltweit führend in der digitaler Sicherheit und stellt im Jahr mehrere Milliarden Krypto-Mikrochips für verschiedene Bereiche wie Handy-Simkarten für Provider, Bankkarten, Chipkarten für Eingangsbereiche und biometrischen Pässe her. Zu Ihren Kunden gehören u.a. Verizon und AT&T und weitere 450 Kunden weltweit.

Das genaue Vorgehen der Geheimdienste ist bislang nicht ganz geklärt, dennoch geht man von einer längeren Aktion aus, wobei man weiß das 2010 über mehrere Monate Mitarbeiter und Ingenieure elektronisch überwacht, sowie Arbeitsabläufe und E-Mail-Accounts abgehört wurden. Mit diesen gesammelten Informationen konnten Schwachstellen genutzt und schließlich in die Infrastruktur eingedrungen und weitere Hintertüren geöffnet werden. Hierdurch wurden Schlüsselcodes und Algorithmen entnommen und kopiert.

Die Verschlüsselung der Mikrochips galt bislang als sicher, doch wenn man über die nötigen Schlüssel verfügt, so stehen ungeahnte Möglichkeiten zur Verfügung. So steht z.B. dem Abhören der Gespräche und der kompletten Kommunikation der Geräte nichts mehr im Weg. Vor allem, es hinterlässt keine Spuren und bedarf keinem richterlichen Beschluss.

Laut der Experten wird angenommen, dass weitere SIM-Karten-Hersteller und Provider im Focus der Geheimdienste standen, wie auch der deutsche Hersteller Giesecke & Devrient. Wobei man nicht weiß, wie erfolgreich Sie dabei waren.

Fazit: Die Vision des gläsernen Menschen wird immer gegenwärtiger, ohne dass wir etwas entgegen setzen können. Was bringen mir in Zukunft noch diverse Verschlüsselung von meinen Daten bzw. meiner Kommunikation, wenn der Gegenüber nicht mal Supercomputer bemühen muss, um diese zu Knacken. Nein, sie bedienen sich einfach der nötigen Schlüssel! 

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