Endlos-Schleife: “Your PC is now Stoned!” – MSE will Bitcoin Blockchain entfernen

Seit kurzer Zeit befinden sich Code-Fragmente des Uralt-Virus “Stoned” (bekifft) in der sogenannten  der Kryptowährung Bitcoin. Im Support-Forum von Microsoft berichtet ein Benutzer, dass der Virenscanner “Microsoft Security Essentials“ seit einigen Tagen beim Download der Blockchain davor warnt. Wird die Blockchain darauf von dem Virenscanner gelöscht, fängt der Bitcoin-Client erneut an, sie wieder herunterzuladen.

Bildschirmfoto 2014-05-19 um 14.09.06Was ist daran gefährlich?

Als gefährlich ist der Virus-Veteran aus DOS-Zeiten vermutlich heute nicht mehr anzusehen. Stoned wurde schon 1987 entwickelt und gehörte zu den ersten Viren mit einer größeren Verbreitung. In der Regel richtete Stoned keinen großen Schaden an, der infizierte PC zeigte nur in zufälligen Abständen beim Booten die Meldung “Your PC is now Stoned!” (Dein PC ist jetzt bekifft) an.

Da die Blockchain aber 17 GByte schwer ist, wird durch das permanente Entfernen und neu herunterladen, die Internetleitung unnötig blockiert.

Das Problem kann nur von Microsoft behoben werden und zwar durch das Entfernen der entsprechenden Signatur. Doch ist das auf lange Sicht zielführend?

Lessons Learned: Generelles Problem bei Bitcoins Blockchain!

Eine Blockchain ist eine Datenbank mit Transaktionen, die über alle Nodes verteilt ist, die am auf dem Bitcoin-Protokoll basierenden System teilnehmen. Eine komplette Kopie der aktuellen Blockain enthält jede Transaktion, die jemals bis zum aktuellen Zeitpunkt an ausgeführt wurde. Jeder Nutzer von Bitcoin lädt sich die Blockchain herunter und kann somit den Zustand des Bitcoin-Systems prüfen. Bei jeder Transaktion in Bitcoin kann man einen kleinen Datenblock mitschicken, diese Funktion wurde hier offenbar ausgenutzt, um einen Virus in der Blockchain unterzubringen.

Da man Daten, die sich einmal in der Blockchain befinden, nie wieder entfernen kann, stellt das Design der Blockchain ein generelles Problem dar, welches auch den Enwicklern bekannt ist: Cyberkriminelle könnten so alle möglichen illegalen Inhalten in der Blockchain verewigen, wie z.B. Links zu Kinderpornographie (siehe Grafik).