Gefahren in sozialen Netzwerken

Statistiken zeigen,  dass soziale Netzwerke zu den beliebtesten Internetseiten gehören und bei vielen Menschen zu einem nötigen Hauptbestandteil im Leben geworden sind.

Hier werden teilweise öffentliche Gespräche über sehr persönliche Dinge wie Einsamkeit, Liebe, Sucht bis zu Selbstmord ausgetauscht.
Drohen hier große Gefahren? Forschungen ergaben, dass soziale Netze, wie Facebook und Co. nicht die persönlichen sozialen Kontakte eindämmen, sondern durchaus helfen, Freundschaften zu erhalten.


Aber welche Gefahren gehen von sozialen Netzen aus?

  • Digitale Dossiers / Verlust der Privatsphäre:

“Nutzer sind sich oft nicht bewusst, wie viele Leute ihre Profile tatsächlich lesen. Das Gefühl von Intimität unter digitalen “Freunden” führt oft zu unangebrachten oder schädlichen Enthüllungen”, heißt es in einem Positionspapier der EU-Agentur European Network and Information Security Agency (Enisa). Enisa stellt soziale Netzwerke einer digitalen Cocktailparty gegenüber, jedoch hat die virtuelle Party ungeladene Gäste. Dritte können einfach und automatisch Berichte über die Internetnutzer verfassen. Über Bild- und Gesichtserkennung werden wesentliche Informationen zu den Surfern gesucht. Die erstellten Dossiers dürften schließlich auch für künftige Arbeitgeber interessant sein.

  • Sammlung von Sekundärdaten:

Provider und Dienstanbieter sammeln Daten über alles, was der Internetnutzer in einem sozialen Netzwerk macht. Diese Daten gelten als sehr wertvoll – zum Beispiel beim Verkauf an Adresshändler. Facebook vermarktet die Daten selbst.

  • Unfreiwillige Verlinkung:

In vielen sozialen Netzwerken, wie z.B. Flickr können die Anwender ihre oder fremde Fotos mit Schlagwörter oder Links auszeichnen und sich so weiter vernetzen. Dieses sogenannte semantische Web beinhaltet jedoch das Risiko, dass unerwünschte Verbindungen zwischen Bildern und Anwender hergestellt werden können und der betroffene Anwender diese Links und Bezeichnungen nicht löschen oder verändern kann.

  • Vollständige Löschung des Accounts:

In den meisten sozialen Netzwerken existiert eine Möglichkeit, seinen Account vollständig zu löschen. Jedoch bleiben meist Kommentare, die der Surfer außerhalb seines Profils abgegeben hat oder die Bezeichnungen von Bildern von Personen auf fremden Profilen zurück.

  • Gesichtserkennung:

Mittels moderner Gesichtserkennungsprogramme kann das Internet umfangreich nach bestimmten Personenfotos durchsucht werden, um so die digitalen Dossiers zu ergänzen. Darüber hinaus können so ursprünglich anonyme Profile mit Fotos konkret einer Person zugewiesen werden. Wenn das gleiche Foto sowohl in einem nicht anonymen Blog als in einem anonymen Profil auf einer Datingseite nutzt, kommuniziert nicht mehr anonym.

  • Bildinhaltsbasierte Suche:

Es gibt Automatismen, mit denen Bilder auf ihre Inhalte untersucht werden können. Dabei identifiziert ein Programm Bildelemente wie Einrichtungsgegenstände, Umgebung oder Sehenswürdigkeiten. Auf diese Weise können in Kombination des begleitenden Textes die digitalen Dossiers ergänzt werden. So kann z.B. eine Person in einem Bild lokalisiert werden.

  • Imageschaden durch Identitätsdiebstahl:

Da bei der Profilerstellung nicht unbedingt der wahre Name angegeben werden muss, kann auch unter fremden Namen ein Profil angelegt werden. So kann mit Image schädigenden Äußerungen dem Betroffenen geschadet werden. Dieses Phänomen zeigt sich vor allem bei Personen des öffentlichen Lebens.

  • Stalking:

Die Zahl der Opfer von Cyber-Stalkern nimmt ständig zu. Sie werden mit massenhaften E-Mails oder über Instant Messenger bedrängt. Zahlreiche Kommentare und Nachrichten finden sich in ihren Profilen.

  • Mobbing:

Durch das Ausschließen aus geschlossenen User-Gruppen, durch Profil-Kidnapping oder Identitätsdiebstahl können Surfer in sozialen Netzwerken gemobbt werden.

  • Spionage:

Da jeder über ein gewisses Mitteilungsbedürfnis verfügt, können leichtgläubige Anwender einfach motiviert werden, Firmeninterna oder persönliche Informationen Dritter Preis zu geben.

Web-Gefahren in sozialen Netzwerken

  • Spam:

In sozialen Netzwerken existiert massenweise Spam. Dies wird dadurch erleichtert, dass der Spam von angeblichen Freunden des Surfers geschickt wird.

  • Viren, Würmer, Cross-Site-Scripting:

Tarnt sich ein Cyberkrimineller als Freund, kann er seine Schädlinge sehr schnell im ganzen Netzwerk verbreiten. In vielen sozialen Netzwerken kann zum Cross-Site-Scripting eigener Programmcode eingesetzt werden.
Unter Cross-Site-Scripting-Attacken wird eine unbemerkte Implementierung von schädlichen Programmcode verstanden, um an Zugangsdaten zu gelangen.

  • Social Networking Service (SNS) Aggregatoren:

Über Aggregatoren werden verschiedene soziale Netze zusammen administrierbar. Das Problem entsteht dann, wenn der Zugang gehackt wird und so quasi alle Netz-Aktivitäten des Surfers zugänglich sind.

  • Speer-Phishing:

Über Social-Engineering führen Cyberkriminelle Angriffe auf bestimmte Surfer durch. Sie nutzen dabei die Tatsache aus, dass mit persönlichen Daten oft relativ großzügig umgegangen wird. Bei der eigentlichen Speer-Phishing-Attacke wird der Surfer auf präparierte Webseiten gelockt, um ihm dort beispielsweise Bankdaten zu klauen.

Maßnahmen zum Schutz in Sozialen Netzwerken:

  • Standardmäßig sind die Einstellungen zum Datenschutz bei fast allen Portalen sehr gering konfiguriert. Die Privatsphäre-Einstellungen sollten unbedingt nach der Registrierung angepasst werden.
  • Auf Business-Plattformen sollte zwischen Beruflichem und Privatem genau unterschieden werden.
  • Da angebotene Erweiterungen und Widgets nicht auf Kompatibilität und Sicherheitslücken untersucht worden sind, sollte eher auf diese Zusatzprogramme verzichtet werden.
  • Bei Browser und Betriebssystem sollte die Update-Funktion aktiviert werden, um immer auf dem aktuellsten Stand zu sein.
  • E-Mail Adressen sollten nicht auf den realen Namen zurückzuführen sein.
  • Bei Browser und Betriebssystem sollte die Update-Funktion benutzt werden, um immer die aktuellste Version zu verwenden.
  • Die verwendete E-Mail-Adresse sollte keine Rückschlüsse auf den realen Namen zulassen.
  • Downloads sollten nur von bekannten Seiten durchgeführt werden.
  • Zugriffe auf Profilseiten sollten von öffentlichen Computern vermieden werden, da durch mangelhafte Konfiguration Zugangsdaten gespeichert und illegal verwendet werden könnten.
  • Beim Einstellen von persönlichen Informationen ist relative Vorsicht angebracht.
  • Bei Kontaktanfragen sollte sehr selektiv vorgegangen werden. – Kriminelle „sammeln“ Freunde, um Anwender zu schaden.
  • Permanente und unaufgeforderte Nachrichten von Cyberstalkern sollten ignoriert werden.
  • Für verschiedene soziale Netzwerke sollten unterschiedliche und sichere Passwörter verwendet werden.
  • Es sollten keine vertraulichen Informationen über den Arbeitgeber und über die Arbeit eingestellt werden.
  • Es sollte kritisch geprüft werden, welche Rechte dem Betreiber von sozialen Netzwerken an den hinterlegten Bildern, Texten und Informationen zugestanden werden.
  • Bei “zweifelhaften” Anfragen von Bekannten sollte sich außerhalb des sozialen Netzwerkes nach der Vertrauenswürdigkeit der Nachricht erkundigt werden.
  • Um u.a. Phishing-Attacken zu vermeiden, sollten Links mit Bedacht geklickt werden.
  • Kinder sollten von ihren Eltern über die Gefahren in sozialen Netzwerken aufgeklärt werden.

ABBZ:
Auch wenn Sozialen-Netzwerke fast schon zu einer zwingenden Notwendigkeit im heutigen Alltag geworden sind, sollte man einfach mal den “Ausknopf” am Gerät betätigen und sich dem reellen Leben widmen. Und wie die Erfahrung bestätigt, hat man nicht wirklich was verpasst!

7 thoughts on “Gefahren in sozialen Netzwerken”

  1. Die Gefahren von sozialen Netzwerken werden meist unterschätzt, da das Internet oft nicht als Bedrohung für die reale Welt angesehen wird. Durch die Anonymität im Netz ist jedoch erhöhte Vorsicht geboten, Kriminelle können sich im Schutz des Internets perfekt verstecken. Vor allem Kinder haben oft einen allzu sorglosen Umgang und können sich durch diese Naivität ernsthafte Probleme einzuhandeln. Deshalb ist es wichtig, als Elternteil Grenzen zu setzen und einen verantwortungsvollen Umgang mit der digitalen Welt weiter zu vermitteln.

  2. Pingback: Auf Social Media Plattformen lauern Gefahren für Kinder | Techy.de - Der Technikblog
  3. Klar hast du recht, das soziale Netzwerke eine Gefahr darstelle können. Aber ich finde gerade neue Netzwerke wie Sociax (www.sociax.de) bieten eine gute Alternative und machen vieles richtig.

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