Alles nur gefälscht?

Warnungen vor Viren – Gefälschte E-Mails – Manipulierte Webseiten – All das findet sich heute im Internet und bei vielen kommt die Frage auf: “Was kann ich glauben? Was ist seriös?”. In unserem Beitrag möchten wir Ihnen heute zeigen, welche Arten von Fälschungen und Manipulationsmöglichkeiten es gibt und wie Sie diese erkennen können.

Auf unserer Zeitreise haben wir Ihnen schon über Hoaxes erzählt. Diese E-Mails  – oder in den letzten Jahren auch Forenbeiträge – stammen meist von realen Absendern – häufig Freunden oder Bekannten – und warnen vor einem neuen Schadprogramm, das es in Wirklichkeit aber gar nicht gibt.

Das Themenspektrum solcher Falschmeldungen geht aber über Virenwarnungen weit hinaus. So gibt es beispielsweise E-Mails, die für jede weitergeleitete E-Mail Geld versprechen – entweder an einen selbst oder für einen guten Zweck. In anderen E-Mails werden Knochenmarkspender gesucht, abenteuerliche Geschichten über in Gläsern gezüchtete Katzen verbreitet (was im Jahr 2000 eine wahre Protestflut auslöste) oder dazu aufgerufen zu einer bestimmten Tageszeit alle Lichter in der Wohnung zu löschen.

Verbunden ist mit all diesen E-Mails die Bitte, diese Weiterzuleiten – so wie es auch bei Kettenbriefen der Fall ist. Manchmal wird dazu eine Drohung ausgesprochen, oft reichen aber auch der indirekte Appell an das Gewissen und der vermeintlich gute Zweck aus.

All diese Meldungen haben aber eines gemeinsam: Sie sind nicht wahr!

Wie können Sie aber nun eine echte Warnung von solchen Fälschungen unterscheiden?

  1. Bewahren Sie Ruhe! Auch bei einer echten Gefahr würde es nicht weiterhelfen überstürzt zu handeln.
  2. Seien Sie kritisch! Würden Sie der Nachricht glauben, wenn Sie Ihnen ein Bekannter vorm Supermarkt erzählt?
  3. Verlassen Sie sich nicht auf die Absenderadresse! Diese kann sehr einfach gefälscht werden.
  4. Prüfen Sie die E-Mail-Adresse, an die die Meldung ging! Wenn Sie mehrere E-Mail-Adresen verwenden, sollten sie schauen, ob sie mit der Adresse überhaupt bei dem Absender bekannt sind. Wenn Ihre E-Mail-Adresse gar nicht im Kopf der E-Mail (An- oder To-Feld) auftaucht, ist dies ebenfalls ein starkes Indiz dafür, dass sie die E-Mail einfach in den Papierkorb verschieben können.
  5. Prüfen Sie die Behauptungen in verschiedenen Quellen nach! Eine umfangreiche Sammlung zu bekannten Falschmeldungen bietet die TU Berlin. Sie können auch einen prägnanten Satz bei einer Suchmaschine eingeben (bei Google müssen Sie ihn dazu in Anführungszeichen setzen) und schauen, ob schon andere diese Meldung auch erhalten haben und darüber diskutieren.

In der Meldung werde ich aufgefordert Daten einzugeben. Ist das echt?

Vermutlich nicht – es handelt sich wahrscheinlich um einen Phishing-Versuch. Seriöse Firmen fragen vertrauliche Daten nicht per E-Mail ab. Weitere Erkennungsmerkmale haben wir in unserem Blog für Sie zusammengestellt.

Mein Provider hat mich benachrichtigt, dass ich infiziert sei. Ist das echt?

Ja, das ist möglich. Im Rahmen des Anti-Botnet-Beratungszentrum informieren viele Provider ihre Kunden über Schadprogramminfektionen. Aber auch hier sollten Sie nicht überstürzt handeln und die E-Mail genau prüfen, da leider auch Fälschungen im Umlauf sind.

Wie eine echte Meldung der 1&1 Internet AG aussieht, hat Frank Herold, Senior Abuse Analyst, in seinem Gastbeitrag-Beitrag “Wie die 1&1 Internet AG ihre Kunden über Vireninefektionen informiert” dargestellt.

Wo kann ich seriöse Warnmeldungen erhalten?

Das Bürger-CERT des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet verschiedene Newsletter an und stellt auf seinen Seiten auch ein Archiv mit älteren Meldungen zur Verfügung. Für Einsteiger sind hier der vierzehntägig erscheinende Newsletter “Sicher informiert” und die im Falle von wichtigen Gefahrenmeldungen herausgegebene Extraausgabe zu empfehlen. Die technischen Warnungen richten sich hingegen an fortgeschrittenere Internetnutzer. 

1 thought on “Alles nur gefälscht?”

  1. Natürlich sind die hier behandelten Betrugsversuche nicht neu. Gut aber, dass sie nochmal so übersichtlich dargestellt worden sind. Ich wette ich bin nicht der einzige, der sich immer wieder die Haare rauft. Sei es, wegen der unüberschaubaren Informationslage. Oder allein wegen der widersprüchlichen Angaben, die man vom Provider erhält. Gerade von älteren Verwandten und Bekannten werde ich immer wieder zu diesem Thema angesprochen. Bei vielen Hoaxes weiß man ja schon gar nicht mehr, warum jemand diese erfunden hat. Lustig finde ich das jedenfalls nicht.

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